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"Newton, Mystik und Magie"
   
         
06.04.05 - 14:45:00
   
       
   
         
trace elements • Michael Wagner
   
       
   
             
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Was hat unsere alltägliche Welt mit derjenigen der Quanten zu tun? Entstand unsere Welt in einem ungehörten Knall, oder entsteht sie ständig im menschlichen Bewusstsein - oder beides zugleich? Ist unser Wille die kultivierte, bereits im Mikrokosmos angelegte "individuelle" Möglichkeit im evolutionären Spiel von Zufall und Notwendigkeit.

Philosophie ist bekanntlich die Liebe zur Weisheit oder einfacher gesagt, der Drang, die Dinge zu ergründen. Wendur erklärt ihren Kern den Mädchen "Im Spiegel der Möglichkeiten" -
(Prof. Dr. K. J. Durwen, Im Spiegel der Möglichkeiten - Abenteuer um Realität und Virtualität, Bewußtsein und Menschsein, EDITION TERTIUM 2001)
- einfach mit staunen, suchen, fragen und Antworten finden.

Magie, Mystik, Religion, Philosophie und Wissenschaft setzen sich fragend und antwortend mit "dem Universum und dem ganzen Rest" auseinander. Sie konkurrieren gewissermaßen miteinander. Je nach Zeitgeist herrscht eine dieser, sagen wir einmal: "Disziplinen" vor, verbünden sich vielleicht zwei oder werden wie zwischen Großmächten die Territorien abgesteckt. Alte Magie und Mystik wurde etwa von der rationalen Philosophie der Griechen in die Schranken verwiesen, die zum Fundament einer neuen christlichen Religion beitrug, die sie dann beherrschte, was wieder der Magie auftrieb gab, bis beide dem Zeitalter der Wissenschaft unterlagen, das aber wieder eine neue Philosophie brauchte und manchmal auch wieder magisch und mystisch wirkt (und ist?).

Das Wort Magie ist seit dem 17. Jahrhundert nahezu ausschließlich zu diskriminierenden Zwecken verwendet worden, um Un-Wissenschaftliche, das Un-Philosophische zu brandmarken. Für die Wegbereiter dieses neuen Denkens aber war Magie noch nicht von Wissenschaft getrennt. Für Newton war es noch selbstverständlich, sich nicht nur mit Religion, sondern auch mit Mystik und Magie zu beschäftigen. Rückblickend wird das als menschliche Schwäche eines großen Geistes dargestellt, der halt "privat" noch etwas abergläubisch war. Tatsächlich aber war es die Weltoffenheit jener Erneuerungszeit, in der Magie, die Auseinandersetzung mit den in der Natur verborgenen Kräften war, die halt noch nicht in mathematische Formeln gekerkert waren.

Magie ist nicht Zauberei, auch wenn uns der Circus dies mit Taschenspielertricks vorgaukelt. Die alte Magie war Umgang mit Mysterien und somit "Geheimkunst", nicht Zauberkunst. Bleibt es nicht, um "simple" Beispiele zu nennen, ein Mysterium, dass sich zwei Gase, wir nennen Sie Sauerstoff und Wasserstoff, zu etwas völlig andersartigem verbinden, nämlich dem Wasser (das zudem noch fest werden kann). Ist es nicht ein "Wunder", dass wir mit einem zweiten Auge nicht doppelt so gut sehen, vielmehr den Raum gewinnen? Augen, mit denen wir hier auf dem Bildschirm, der wie ein magischer Spiegel ist, der Raum und Zeit überwindet, die Gedanken eines fremden Menschen in uns aufnehmen? Bleiben nicht, um weit weniger "simple" Beispiele zu nennen, es im Kern immer ein Mysterium, wie die Materie das Leben und den Geist hervorbrachte?

Ich reiße im "Im Spiegel der Möglichkeiten" die modernen wissenschaftlichen Erklärungen für derartige "Phänomene" (oder sagen wir ruhig: Wunder) an, gebe philosophische Begründungen, schließe religiöse nicht aus, die "magischen" aber zumindest in der Romanhandlung bewusst ein: Wissenschaft ohne Magie im positiven Sinne, zu der auch die Verzauberung des Geheimnisses gehört, ist nur Maschinistentum. Es geht nicht um Unnatürliches und Übernatürliches, wohl aber darum, sich im Sinne der alten "Kraftlehre" (denn was ist eigentlich die Magie anderes?), bewusst zu bleiben, dass es derer mehr gibt als die Formel "Kraft = Masse * Beschleunigung" suggeriert.

Prof. Dr. Karl-Josef Durwen

http://www.philosophers-today.com/karljosef-durwen.html

http://www.ureda.de