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"Der Schönheitssinn"
   
         
24.03.05 - 16:47:01
   
       
   
         
engrained • Michael Wagner
   
       
   
             
        engrained





... Ästhetik ist ein genereller Modus der Wahrnehmung, der mit Lust verbunden ist. Es ist dem Hirn also egal, ob es beim Empfinden des Ästhetischen und Schönen auf lang eingepflanzte, biologische Schönheitsmerkmale reagiert, oder aber auf herausfordernde moderne Kunst.
Wichtig ist nur, dass wir unser Hirn nutzen, diesen Teil des Hirns stimulieren und ihm somit Lernerfahrungen und Erfahrungen bieten, die es zu optimalem Leben braucht. Gerade an der Kunst kann man also verdeutlichen, wie unsere Kultur zu einer Weiterentwicklung der ursprünglichen biologischen Funktionen gelangt. Die ästhetische Wahrnehmung kann sich auf fast alle Objekte richten, sie ist allgegenwärtig. Unsere Forschung zur Ästhetik umfasst folgerichtig Fragen nach der biologischen Schönheit im Gesicht, nach der Ästhetik der Kunst, aber auch dem Schönen im Design.
Hinsichtlich der Frage nach dem Nutzen von Schönheit bedeutet das:
Unter Überwindung des biologisch Schönen als Kriterium nutzt hier das Kunstobjekt dadurch, dass es dieselben Belohnungszentren des Hirns anregt und befriedigt.
Daran sind verschiedene Prozesse beteiligt, die aber dieselbe Genugtuung produzieren wie ihr alter, biologischer Vorfahre:
Der Schönheitssinn.
Folglich nutzt die Kunst allen, die über Hirne verfügen, die der ästhetischen Wahrnehmung fähig sind, und:
Bei menschlichen Hirnen sind Ausnahmen dazu bislang nicht bekannt.

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Helmut Leder, 18. März 2005, Universität Wien.

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