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"Wolkenbilder"
   
         
17.03.05 - 16:12:13
   
       
   
         
heavenlyclouds • Michael Wagner • Roma, Pope's Palace
   
       
   
             
        heavenlyclouds





Seit Jahrhunderten haben sich Künstlerinnen und Künstler
aus verschiedenen Perspektiven mit Wolken auseinander gesetzt.
Die Ausstellung spannt einen Bogen über 200 Jahre Kunstgeschichte
und beleuchtet zentrale Aspekte des Themas zwischen malerischer Umsetzung
des Naturbildes und inhaltlicher Bestimmung der Wolken.
Die Beobachtung der Wolken wurde zu einer besonderen Herausforderung
für die Maler, führte die europäische Landschaftsmalerei in einen neuen Rang
und beflügelte noch die Abstraktion zu Beginn des 20. Jh.
Zu dieser Zeit setzte aber auch eine neue Sicht der Wolken ein,
die sich von der reinen Naturbeobachtung löste.
Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Wolken
zieht sich bis in die Gegenwart.


Wolkenbilder
Von John Constable bis Gerhard Richter
bis zum 08. Mai 2005
http://www.arte-tv.com/de/kunst-musik/metropolis/kulturtipps/802144.html



"Aktuelle Tendenzen in der Bildforschung"

Obschon das Bild neben der Sprache als das wichtigste Medium der Darstellung
und der Mitteilung gelten kann, hat sich, wie gesagt, im Unterschied
zur Sprachwissenschaft bisher keine disziplinenübergreifende, allgemeine
Bildwissenschaft herausgebildet.
Fragen zur Bildproblematik werden nach wie vor hauptsächlich
in den Einzeldisziplinen verhandelt, traditionell besonders in Kunstgeschichte
(etwa Gombrich 1984)
und Ästhetik (etwa Steinbrenner 1996),
Philosophie (etwa Lopes 1996)
und Semiotik (etwa Sonesson 1994),
in Kognitionswissenschaft (etwa Block 1981),
Psychologie (etwa Weidenmann 1994),
Medientheorie (etwa Flusser 1985)
und Medienpädagogik (etwa Doelker 1997),
neuerdings verstärkt auch in der Informatik,
etwa im Bereich der KI (Schirra 1994),
der Computergraphik (Strothotte & Strothotte 1997)
oder der Computervisualistik (vgl. Schirra & Sachs-Hombach 1998),
die sich als eigene Subdisziplin herauszubilden beginnt
(insgesamt als Überblick vgl. Sachs-Hombach & Rehkämper 1998).

... Eine Klärung des Bildbegriffs beinhaltet also eine Klärung der Begriffe
der Wahrnehmung bzw. Wahrnehmungsnähe und des Zeichens. Es ist zu betonen,
dass der Zeichenbegriff hierbei sehr allgemein zu verstehen ist. Ein Gegenstand
ist ein Zeichen schon dadurch, dass wir ihm einen Inhalt bzw. eine Bedeutung
zuweisen. Ein Klingelzeichen mag etwa bedeuten, dass die Schulstunde zu Ende ist.
Keineswegs ist hier impliziert, dass das Zeichen auf einen realen oder auch nur
fiktiven Gegenstand verweist. Wenn etwa Sartre von imaginären Häusern spricht,
die der Maler schafft, so scheint er mir damit in metaphorischer Rede nichts anders
als den Inhalt oder die Bedeutung des Bildes anzugeben. ...

... Da sich das Bildphänomen in meiner Lesart erst aus der Kombination
beider Komponenten ergibt, -

a) Zeichenkomponente: dass die Klassifikation eines Gegenstandes als Zeichen
auf Grund einer Einordnung in ein entsprechendes Zeichensystem erfolgt.
Goodman, N. (1968): Languages of Art.
An Approach to a Theory Symbols, Indianapolis.

b) Wahrnehmungskomponente: etwas in etwas sehen zu können.
Wollheim, R. (1982): Sehen-als, sehen-in und bildliche Darstellung,
in: derselbe: Objekte der Kunst, Frankfurt a. M.
Hopkins, J. (1998): Picture, Image and Experience, Cambridge.
Gombrich, E. H. (1984): Bild und Auge.
Neue Studien zur Psychologie der bildlichen Darstellung, Stuttgart.)

- ist es nicht sinnvoll, beispielsweise auch "sogenannte" Wolkenbilder als Bilder
anzusehen. Vielmehr sollte nach dem Gesagten ein Gegenstand erst dann als Bild
im engeren Sinn bezeichnet werden, wenn er als Element eines Zeichensystems
auftritt. Von einem solchen Gegenstand wird in der Regel zu erwarten sein,
dass er flächig (und damit visuell wahrnehmbar), in minimaler Weise artifiziell
und relativ dauerhaft ist. Das Kriterium der Flächigkeit schließt Phänomene wie
Idealbilder (aber auch mentale Bilder) aus, ebenfalls sogenannte 'Hörbilder',
die zwar als wahrnehmungsnahe Zeichen gelten können, durch ihren Bezug zur
auditiven Wahrnehmung aber einige Besonderheiten aufweisen, und schließlich
auch Skulpturen und Werke der Architektur, die traditionell als Bildwerke
bezeichnet wurden. Das Kriterium der Artifizialität, das mit dem Hinzufügen
eines Rahmens bereits erfüllt ist, grenzt die sogenannten natürlichen Bilder aus,
etwa die Spiegelbilder. Das Kriterium der Persistenz sichert schließlich,
dass es sich, im Unterschied zu den sogenannten Wolkenbildern, um einen auch
intersubjektiv wiederholt aufweis- und wahrnehmbaren Gegenstand handelt. ...


Klaus Sachs-Hombach, Bildtheorien in Geschichte und Gegenwart.

https://www.uni-tuebingen.de/..

Wolkenbilder 2:
http://www.netzfit.de/portfolio/blog/art_103.html

Wolkenbilder 3:
http://www.netzfit.de/portfolio/blog/art_120.html

Wolkenbilder 4:
http://www.netzfit.de/portfolio/blog/art_133.html

Wolkenbilder 5:
http://www.netzfit.de/portfolio/blog/art_139.html